Mittwoch, 13. Juni 2007

das 8. Weltwunder

Tue, 12 Jun 2007 18:32:21 +0200 (CEST)




Saldikis,

das in Dubai so ziemlich jeder Architekt unter Größenwahn leidet ist ja mittlerweile nichts Neues. (BASTI – scheiss auf Vancouver!!!) Bevor ich mich in die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten aufgemacht habe, flimmerte so ziemlich jede Woche mindestens ein Bericht über jene Attraktivitäten, welche diese Stadt rein architektonisch immens prägen. Grund genug also mal ein wenig genauer auf ein paar herausragende „Mega-City-Projects“ einzugehen und Euch den Stand der Dinge zu vermitteln.

Bevor ich aber in die Unweiten des menschlich Möglichen aufbreche sei noch kurz ein kleiner Freudenschrei erlaubt:

ICH BIN OFFIZIELLER MITARBEITER (Senior Events Executive) BEI VIBE MIDDLE EAST!!!

Meine Anstrengungen und Fleiß in all den letzten Wochen haben sich bezahlt gemacht und so bot mir mein Chef gestern Abend ganz unauffällig, fast heimlich, einen gut proportionierten Arbeitsvertrag + Residence Visa + Krankenversicherung an und meiner Wenigkeit fiel echt ein Stein vom Herzen. Über Geld soll man ja bekanntlich nicht sprechen, aber soviel sei gesagt – es ist mein erstes 5-stelliges Gehalt (wenn auch nur in Dirham…)!

Ist jetzt nicht so herausragend – aber vergisst bitte nicht, dass ich nicht mal eine FILS (Cent) an Steuern zu zahlen habe – ERGO – alles fließt zu 100% in meine Tasche. Da macht arbeiten doch echt wieder Spaß!!!

Da mein Wochenende ja eigentlich fast nur aus 12h Freitag und 24h Samstag besteht (freitagabends ist DEEP Nights @ Trilogy wo ich mich mittlerweile um den DJ, die Flyer girls und fast das gesamte Marketing zu kümmern habe), beschloss ich an jenem vollen freien Tage mir mal das Mammut-Projekt PALM JUMEIRAH genauer zu betrachten.

Wie üblich war keine Wolke weit und breit am Himmel zu sehen und da von meiner Deutschen Clique entweder jeder arbeiten musste, bzw. einer mit’m MTB völlig paranoid in 4 Tagen durch die Alpen radelt (so was kann auch nur ein viel zu reicher und adrenalinsüchtiger Web-Designer bringen!!!) schwang ich mich auf mein Drahtesel und beschloss das sog. 8. Weltwunder einfach mal per Rad zu erkunden. Da soviel Schwachsinn auch nur einen ausgewanderten Event Manager zuzutrauen ist, erregte ich doch ein wenig Aufsehen bei all den Security Guards, die so ziemlich an jeder Ecke standen und bei 47° C im Schatten die Autos kontrollieren mussten. Mich haben sie einfach nur durchfahren lassen mit einem Blick, als hätten sie in ihrem Leben noch nie ein Fahrradfahrer gesehen.

Von der Küste betrachtet ist diese Megabaustelle recht unspektakulär, nur sobald man auf der eigens gebauten Autobahn in Richtung Palmenkranz radelt, dann erkennt man erstmal diese gigantischen Dimensionen und es verwundert einen nicht, dass dieses Bauswerk sogar vom Orbit erkennbar ist. Zwar stehen bis dato nur die Hälfte der Gebäude, aber die nahezu geisteskranken Absichten sind bereits erkennbar. Da ist zu einem der neue Trumptower – welcher der Palme Ihr architektonisches Gesicht geben wird. Sieht auf dem Reisbrett aus wie ein halbverzogener Fingernagel gezeichnet von einem Volljunkie auf Crack & Ecstasy.

Des Weiteren erkennt man an der Spitze bereits das fast fertig gestellt ATLANTIS, welches einmal den größten Wasservergnügungspark der Welt beherbergen wird. Geplant sind sogar eigene Haifischseen, wo die Besucher per Wasserrutschen praktisch unterirdisch in unmittelbarer Nähe zu den Predators durch den Park flitzen und auf Ihrer Reise eine eigens imitierte Meereslandschaft a la Seychellen & Rotes Meer genießen dürfen.

Also jede Menge abgefahrener Ideen werden nach und nach Wirklichkeit und es scheint an Kapital nicht zu mangeln. Selbst das wahnwitzigste aller Projekte – um die Palmenwendel herum die 12 größten Meeresräume der Welt künstlich zu erschaffen – ist nicht mehr Hirngespenst, sondern zu einem ernsthaften Vorhaben geworden. Das wohl stärkste Gerücht ist aber, das rund um die Palme absichtlich Gold & Schmuck versenkt werden soll, damit der Tauchtourismus auch so richtig blüht! Klingt eigentlich eher nach einem zufällig mitgeschnittenen Zeugnis einer schwer durchkifften Nacht von ein paar Scheichs, die mal wieder nicht wussten wo hin mit ihrer ganzen Kohle – aber glaubt mir, seit dem ich hier bin und sehe, wozu die Menschen im Stande sind zu schaffen, habe ich vor nichts mehr bedenken.

Allein den Tatsache bald den höchsten Turm der Welt fertig zu stellen, zwei weitere (doppelt bis dreifach so große) Palmen zu erschaffen und die komplette Welt knappe 20 km vor der Küste durch über 200 Inseln zu imitieren läst glaube ich keine Fragen mehr offen –

DUBAI IS WHAT’S HAPPENING!!!

Das was damals den Elan und Aufschwung in New York zum Anlass gegeben hat, zu einer der renommiertesten und internationalsten Städte der Welt zu werden – dieselbe Motivation und Aufbruchsstimmung sieht man hier jeden Tag in den Gesichtern der vielen Menschen aus allen Teilen der Welt. Der prozentuale Anteil von ausländischen Arbeitskräften beträgt hier über 80% und ohne die ganzen indischen und pakistanischen Hilfsarbeiter, wäre so eine Skyline in nur gerade mal 7 Jahren nie zu schaffen gewesen.

Mittlerweile hab ich mich aus meinem Nest in Flughafennähe verdrückt und residiere nunmehr am Strand in einem Gartenhaus. Nichts besonderes, aber dafür in einer Top-Gegend. Mein Weg zum Strand beträgt genau 87 Sekunden und vor allem hab ich keinen Stau mehr auf den Weg zu meiner Arbeit, da ich genau in der entgegengesetzten Richtung wohne!

Meine Australierin, mit der ich momentan rumtütel wohnt auch gleich um die Ecke und so kann ich mich nach einem harten Arbeitstag gemütlich auf der Velourcouch massieren lassen, während im 85“ Plasma vor mir die neusten Kinofilme ausgestrahlt werden. Ihre Mitbewohnerin ist ne nette Stewardess und Taucherin aus München und so bin ich in ganz guter Unterhaltung.

Momentan allerdings ist meine Gesundheit ein wenig angeschlagen, da ich vor ein paar Tagen bei meinem fast täglichen Jogginglauf um die Parks (man muss sich ja fit halten) ich mir doch leicht die Füße verbrannt habe (obwohl es Nacht war!!!) und ich seit heute morgen mit einer dick aufgeplatzten Blase am rechten Fuß zu kämpfen habe. Das hat mich doch gleich spontan an die Aktion in Guatemala erinnert, wo ich damals mit meinen Kindern den Vulkan del Agua hochgekrachselt bin und zum Schluss mich nur noch auf nacktem Fleisch den Berg wieder runter geschleppt habe.

Na ja – nachts ist es hier mittlerweile so feucht, dass man um Mitternacht im Meer schwimmen gehen kann und man wird gar nicht mehr trocken – das Wasser bleibt einfach auf der Haut, da die Poren konstant transpirieren. Ich bin nur froh, dass mein Wagen (Mitsubishi Lancer) eine funktionierende Klimaanlage besitzt – ohne die wäre ich schon gegrillt und vertrocknet!

Soweit die Lage – hoffe, ich habe Euch mit all den Infos nicht überfordert und Glückwünsche nehm’ ich natürlich gerne entgegen!!!

Geniest alle einen wunderschönen Sommer in good old Germany und habt mindestens genauso viel Spaß am Leben wie meinereiner!

der jetzt am Strand Wohnende

P.S: Checkt mal www.dubainightplanner.com und www.dubailime.com – dann wisst Ihr immer was bei mir so gerade unterhaltungstechnisch am Start ist. Alles Events von DEEP Lounge, DEEP Nights und LIFE Festival sind jene Projekte, die ich mit betreue.

Dienstag, 29. Mai 2007

Job am Start!!!







So – knappe 3 Wochen sind seit meinem Antritt in den Emiraten verstrichen und es gibt wahrlich einiges zu berichten. Das Wichtigste erstmal zuerst:





MEIN VORSTELLUNGSGESPRÄCH WAR ERFOLGREICH!!!!!!!!!!!!!!!!!
Und zwar genau in jener Branche und Firma, wo ich immer bevorzugt hier in Dubai arbeiten wollte – im Musik-Business. Nach fast 2-wöchiger Belagerung der Agentur, zahlreichen emails und etlichen Schwätzchen mit der mehr als hübschen indischen Sekretärin hat sich mein Hartnäckigkeit heute um 15.45 Uhr dubaianischer Ortszeit endlich ausgezahlt – mein langersehntes Interview mit dem Chef von VIBE Entertainment. (www.vibeme.net)
Yassim (so sein Name) kam auch gleich zur Sache und war bestens auf mein Erscheinen vorbereitet, da im mein CV, sämtliche von mir geschriebene emails und Telefonaufzeichnungen (!) vorlagen. Ich hatte mich zur Feier des Tages natürlich auch in Schale geworfen und glänzte mit den dunkelgrünen Stoffhosen meines Dads, den mehrfach überholten italienischen Lederschuhen und den kürzlich erst hier erworbenen schwarzen Seidenhemd.

Normalerweise sind Vorstellungsgespräche nicht mehr wirklich berauschend für mich – hatte schon so ca. meine 30 – 40 in meinem Leben, fast eben so viele Absagen und nach einer gewissen Erfahrung erscheint einen alles nur noch als Routine – allerdings nicht heute!!!
Vor mir saß also jene Persönlichkeit, der mit zu den Gründern der Club- und Musikszene hier in Dubai gehört und testete mich bis auf die Knochen. Mein CV wurde bis aufs Gründlichste durchleuchtet und die Fragen waren sehr spezifisch (fields of expertise; how many years of experience and major tasks, what’s your specialization and what differs you from your opponents, etc)

Das Gespräch verlief sehr sachlich, direkt und prägnant und er gab mir einen sehr professionellen Eindruck – halt wie jemand, der Ahnung von der Sache hat und nicht nur ständig heiße Luft redet – davon hatte ich in Berlin schon genug Schwachmaten um mich herum!!!
Erster Arbeitstag ist also am Mittwoch, den 23. Mai um 11.00 Uhr – da kann ich mir ja zur Feier des Tages noch mal so richtig die Kante geben, bevor jegliche Freizeitverhalten jetzt erstmal auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt ist……na, ja - ich entschied mich dann aber doch für ein alkoholfreies Holsten Mango und lies mich dafür von Martin zum Essen einladen. Eine wohl weisere Erntscheidung, da in Dubai die Regeln für Alkohol und Drogen so streng sind, dass bei Missachtung sofort ein Monat Knast droht mit anschließender Ausweisung aus dem Land – das war mir mein Freudentaumel dann doch nicht wert!!!

Also noch nicht mal 20 Tage dauert bis dato meine 2. Wüstenodyssee und neben meiner jetzt hoffentlich steigenden Karriereperspektiven war ich letztes Wochenende sogar schon an der Ostküste tauchen und habe – voller Stolz – meinen allerersten waschechten HAI gesehen. Ich war mit’ner Gruppe potenziellen Arbeitskollegen unterwegs (alle Divemaster bzw. Instructor) und frisch in Fujairah (Ostküste – nahe bei Oman) am Eastrock tauchen und kurz vorm auftauchen schwamm ein ca. 2- 2,5m langes Exemplar an mir vorbei!!!
Für ein paar Sekunden war ich wie gelähmt – nicht wirklich aus Angst, da Haie nur aggressiv werden, wenn man sie bedroht – sondern weil diese erste reale Begegnung mit einem dieser Predator einen unglaublichen Adrenalin-Kick in mir auslöste – ein geradezu unbeschreiblich geiles Gefühl!

Das ganze Wochenende (in Arabien übrigens von Donnerstagmittag bis Samstagabend) verlief recht faul und relaxed – dies lag unter anderem auch an der brühenden Hitze von beachtlichen 42°C bei völliger Windstille und fast nicht vorhandener Luftfeuchtigkeit. Man musste nur aus dem Auto steigen (handelte sich dabei übrigens um einen Porsche Cayenne – was für’n Schlitten…) und der Körper schaltete schon fast instinktiv auf Privatsauna um!!!
Soweit die Erlebnisse der letzten Woche.

och bei der unvergesslichen Gestaltung des diesjährigen Muttertages passiert, dass ich Euch nicht vorenthalten möchte – quasi als Abschiedsschmankerl:
Nun ja - Muttertag, 13. Mai (wie wir ja alles wissen sollten….) und meine Wenigkeit befand sich ja zu der Zeit schon in der Wüste und konnte so seiner herzallerliebsten Mutzen nicht persönlich zum Muttertag alles Liebe wünschen. Was macht man also in jener Not….RICHTIG – man lässt jemand anderen seine Grüsse austragen und dieser „jemand“ war dann auch gleich JamFM, wo sich die Morning Crew die nette Idee hat einfallen lassen, Blumensträusse samt Muttertagsgrüsse gediegen über Fleurop abwickeln zu lassen und das ganze noch für „low“ – sprich umsonst!

Da meine Wenigkeit ja fleißiger Internetradionutzer ist und bei all seinen Bewerbungsanschreiben stets den Sound der Muddastadt gehört hat – kam ich somit auf die glorreiche Idee die Crew von JamFM anzuschreiben, um sie zu bitten in meinem Namen am besagten Sonntag doch bitte auch einen wunderhübschen Strauss an meine Mutter überreichen zulassen. Die Gründe waren so herzergreifend, dass sie hier nicht weiter genannt werden müssen (ich wurde sehr romantisch…) und schickte sie gutgläubig ab, in der Hoffnung, dass sie sich meines Wunsches annehmen würden.
Allerdings hatte ich nicht einkalkuliert, dass meine persönliche Signatur mir bald zum Verhängnis werden würde, da dort ja auch meine Handynummer von Dubai angegeben war.
Es kam also wie es kommen musste – meine Wenigkeit wurde prompt am nächsten Morgen von Matze & Yasmin von der „Good-Morning-Company“ aus dem Schlaf geklingelt und wurde dann - völlig überrascht - auch noch dazu genötigt, Altdeutsche Muttertagslieder anzusingen – und dass um 6.15 Uhr.

Nun – soweit so lustig und ich fand die Aktion ja auch echt geil, dass JamFm mich ausgerechnet in Dubai anruft, aber leider war ihnen nicht bewusst, dass ich (a) die Nacht zuvor derbst Partie gemacht habe, (b) noch völlig betrunken bei meiner Gesangseinlage gewesen bin und ich (c) noch eine üppige Nigerianerin im Bett hatte, welche ich abends zuvor noch auf einer genialen Partie beim Burj al-Arab abgeschleppt habe und diese noch halbnackt bei mir im Bett lag (an dieser Stelle sei übrigens erwähnt, dass ich spätestens ab da offiziell nicht mehr mit meiner Wüstenfreundin aus Bonn zusammen war – HALLO ALEXANDRA ;- ).

Die Situation war also mehr als befremdend und ich wusste noch nicht mal worüber ich zuerst lachen oder weinen sollte – über die hart erkämpften Muttertagsblumen oder über die Erkenntnis, dass ich mich gerade in der Muddastadt, sowie in ganz good-old-Germany zum Deppen gemacht habe…………..na ja , mit ein wenig Glück hat’s keiner gehört…….
In diesem Sinne – drückt mir die Daumen für morgen – auf das ich nicht sofort wieder gefeuert werde!

Euer Stefan

Mittwoch, 9. Mai 2007

auf zu neuen Abenteuern - Salamaleikum DUBAI

Mon, 7 May 2007 23:38:09 +0200 (CEST)


Salamaleikum saldikis,

nach einer kleinen gediegenen Pause in good old Germany, etlichen Parties, einer lebenseinschneiden Erfahrung in Istanbul und etlichen Stress gegen Ende jeglicher Vorbereitung ist meine Wenigkeit mal wieder um den Globus gejetet, um die Welt weiterhin mit meiner Präsenz zu beglücken.

Mein Ziel diesmal ist keine geringere als die Stadt, wo das Geld der Welt gehortet wird >>>>> DUBAI

Und wie es von einem Globetrotter wie mir nicht anders zu erwarten sei, verliefen die ersten Tage alles andere als langweilig.

Allerdings war mein Weg bis hierher nicht gerade mit Federn gepflastert. Es fing schon damit an, dass mein Augenarzt des Vertrauens mir eine Woche vor Abflug diagnostizierte, dass meine frisch überstandene Augenoperation in Istanbul wohl nicht so zu seiner Zufriedenheit ausgegangen ist, wie er es erwartet hatte. Zwar seien meine Augen wieder auf 105% getuned worden, allerdings mit einer leichten sich anscheinend entzündeten Wunde im rechten Auge. Bei dieser Nachricht viel meine Motivation für die nächste lange Reise natürlich ins Bodenlose und die nächsten 3 Tage waren echt nicht lustig: verdunkelte Fenster, mit Sonnenbrille in der Wohnung rumlaufen und die Augen so wenig wie möglich belasten.

Am 4. Tag stellte sich dann allerdings durch einen anderen Arzt heraus, dann der Typ ne absolute Pfeife war und mir eine absolute Fehldiagnose gemacht hatte. Mein einziges Problem war lediglich, dass ich die in den Augentropfen enthaltenen Konservierungsstoffe nicht vertragen hatte und meine Augen deswegen ein wenig leiden mussten. Nachdem diesem Schwachkopf also der Marsch geblasen wurde, kam auch schon das nächste Leid angeschlichen, und zwar eine bakterielle Infektion der Atemwege, frisch eingeschleppt von meiner ehrenwerten Mutzen.

Da half nur noch ne anständige Portion Antibiotika (1000mg) und bis zum Morgen des Abflugtages war nicht 100%-ig klar, ob ich nun reisetauglich sei oder nicht.

Zum Glück war ich aber, denn ansonsten würdet Ihr jetzt diese Zeilen nicht von mir in Erfahrung bringen können.

Nachdem mich nun meine Eltern netterweise zum Flughafen gebracht hatten und meine Mutzen mal wieder sehr nahe am Wasser gebaut war ging es mit stolzen 65 Kg Übergepäck in Richtung Wüste – mit dabei mein Tauchgepäck, mein Bike, Labtop, ein fast explodierender Koffer + extra Trollie als 2 Handgepäck (wenn schon, denn schon!!!) Die gefürchtete Zuzahlung zwecks Übergepäck blieb dank Doppelbuchung über Air Berlin vollkommen aus und ich bestieg mit einem leichten Grinsen im Anschlussflughafen Düsseldorf den Flieger der EMIRATES mit dem Wissen, dass sie mir eigentlich noch knappe 250€ hätten abnehmen müssen…;-)

Tja Glück gehabt - kaum saß ich im Flieger stellte sich auch promt wieder das langersehnte Gefühl von Freiheit und Abenteuer ein.

Die Maschine war maximal zu 50% gebucht und so hatte ich gleich 5 Sitze zu meiner Verfügung und sämtliche Tromboseängste hatte noch nicht mal den Hauch einer Chance mich auf ein Dauermarathon im Flugzeug einzustellen. Selbst in der Economy hat man bei den Emirates übrigens seinen eigen Flatscreen mit Videos und Spielkonsolen und meine Wenigkeit musste natürlich gleich mal alles auf seine volle Funktionstüchtigkeit prüfen. Nach einer erfolgreichen oldschool-Partie Pac-Man wurde mir dann auch gleich der Menüvorschlag von einen der reizenden Stewardessen gereicht, die wirklich mit Abstand am besten gekleidet waren, seitdem ich zum ersten Mal einen Flieger betreten habe. Meine Englischkenntnisse waren sogar auch noch nicht gefragt da die ganze Crew auf insgesamt 11 Sprachen (!) kommunizierte (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Arabisch, Portugiesisch, Zuaheli, Italienisch, Japanisch, Koreanisch und last but not least Chinesisch)!!!

Gegen 5.36 Uhr morgens erblickte ich dann auf einen Rollfeld in der Wüste meine ersten Sonnenstrahlen in Dubai und das Quecksilber zeigte zu dieser eher unchristlichen Zeit schon beachtliche 27°C. Also ab durch die Passkontrolle, Visa geholt für die nächsten 2 Monate und ab in Richtung Ali Homes Appartements - meine bleibe für die nächsten paar Wochen. Leider wurde mein fast schon stürmisches Voranpreschen mit dem Verlust eines Gepäckstückes auf dem Weg hierher derbst abgebremst und so ging’s dann doch zuerst zur Gepäckmeldestelle. Die völlig übermüdeten Mitarbeiter verkündeten mir dann auch nach ein paar wenigen Klicks auf Ihren Desktops, dass mein komplette Tauchausrüstung samt Anzug und Abendgarderobe noch in Berlin verweilten und man sie offensichtlich einfach vergessen hatte ins Flugzeug zu verladen!!!

Eigentlich kam mir dieser Zwischenfall aber ganz gelegen, da mit meinem Bike und dem Koffer der Gepäckraum in meinem Mazda 6 sowieso das Ladelimit erreichte und ich leicht tiefergelegt den Flughafen bei voll laufender Klimaanlage verliess.

Jetzt begann das Abenteuer Großstadtwüste, bzw. wie findet man sich völlig übermüdet in einem fremden Land, in einer fremden Stadt während der beginnen Rushhour im Nirvana des Verkehrschaos wieder? Laut eigens angeschafften Stadtplan lag das Hotel nur knappe 10 km vom Flughafen entfernt – ich machte daraus locker 50km nach 2 Stunden des Findens und Fluchens griff ich nur noch völlig entnervt zum Telefon und bekam glücklicherweise gleich den Manger des Ladens ran, welcher dann auch so nett war und mich ins Ziel eskortierte.

Gegen 9.27 Uhr konnte ich dann endlich in mein Zimmer einchecken und mir eine wohlverdiente Dusche gönnen. Viel Zeit zum Verschnaufen blieb mir allerdings nicht, da Max (der Manager) mir ne Viertelstunde später offenbarte, dass er die Miete + Kaution doch bitte cash haben wolle und Kreditkarten hier nicht funktionierten. So kam ich dann auch gleich in den Genuss meiner ersten kleinen Sightseeing-Tour durch das Getümmel meiner Nachbarschaft.

Als dann auch der Zaster geregelt war, meine Butze bezogen und eingerichtet war das nächste grosse Ziel mich mit Martin zu treffen, welcher schon seit fast 7 Monaten hier in Dubai Stellung bezogen hat und mittlerweile erfolgreich im Immobiliengeschäft tätig ist. Die dann folgenden Impressionen in dieser mitreisenden Metropole waren schlichtweg atemberaubend. Sobald wir den Staub der Arbeiterviertel hinter uns gelassen hatten, verlief der Weg vorbei an einer eindrucksvollen Küstenlandschaft, wobei im Hintergrund die Wolkenkratzer nur so protzten. Erster halt war gleich ein nettes Strandstück unweit vom 7******* Hotel Burj Al-Arab, welches sich wahrhaftig majestätisch in der Mittagsonne rekelte. Die ganzen Architektonischen Leckerbissen raubten mir förmlich den Verstand – es schien absolut keine Grenzen zu geben, weder in Punkto Höhe, Kosten noch Prunk bzw. Pracht.

Am Strand angekommen wurde erstmal das warme Meerwasser des arabischen Golfs angetestet und die erstbeste Palme unter Verschlag genommen. Martin erklärte mir die primären Vorgehensweisen, wie man in Dubai erfolgreich zu guten Jobs kommt und stellte mich im Laufe des Tages etlichen Freunden und Geschäftspartnern vor. Ich wurde so auch gleich zu einem späteren BBQ in den EMIRATE HILLS eingeladen (sehr angenehme Gegend) und konnte so gleich die ersten wichtigen Kontakte knüpfen, sowie Nummern von Head Huntern und job Providern. Sehr motivierend waren vor allem die Aussagen, dass ich mit meiner Berufserfahrung im Bereich Event Management keinerlei Probleme haben sollte hier eine Festanstellung zu bekommen und dass für kreative Europäer sowieso hier die Türen weit offen stehen.

Klang ja schon mal wirklich nicht schlecht – mal schau’n wie’s weitergeht!!!

Die erste Nacht auf meiner sehr harten Matratze verstrich wie Nutella auf Weisbrot und am nächsten Morgen wurde ich erst zum Frühstück eingeladen und dann ging’s gleich per Jeep ab an die Küste zum Kitesurfing und meine Wenigkeit musste natürlich ausgerechnet sein Cap sowie Sonnencreme im Appartement lassen. Kurzum fungierte dann also mein Hemd als improvisierter Kopfschutz und da es zufällig rot-kariert war viel ich bei den ganzen Arabern und Scheichs gar nicht wirklich auf.

Der eigentliche FLASH des Tages ereignete sich dann aber erst gegen abends, als ich spontanerweise auf ne halb illegale Geburtstagsparty im Media City Distrikt mitgeschleppt wurde. Diese fand dann auch gleich im 44 Stock auf’ Dach statt, die Getränke waren absolut völlig-for-free und die Tanzfläche befand sich auf dem Heliport. Ich glaube, ich hab im meinen Leben noch nie eine so abgefahrene Partylocation gesehen, wie an diesem Abends bzw. nächsten Morgengrauen. Von der Tanzfläche aus konnte man ganz Dubai sehen und die Lichtspektakel der Wolkenkratzer fügten sich nahtlos ein in die atemberaubende Skyline dieser pulsierenden Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten. Es ging dann noch weiter auf ein paar andere Partys und irgendwann gegen morgen fiel ich nur noch erschöpft aber stark beeindruckt auf die Couch des Heimkinos von Martin und träumte weiter von 1000 und einer Nacht – auf das sie sich auch für mich erfüllen würde – schau’n wa mal!

Soweit der erste Eindruck – ich hoffe, ich ist mir gelungen Euch ein wenig den Puls dieser Ausnahmestadt zu vermitteln und ich werde nichts unversucht lassen mir hier in Dubai meinen Traum von einen finanziellen unabhängigen Leben zu ermöglichen.

Jeder von Euch sollte diese Stadt wenigstens einmal erlebt haben, da ich Euch versprechen kann, dass Ihr so eine Superlative wie sie hier herrscht noch nie gesehen habt.

Freu mich auf Euere Statements!

En Shala

Stefan a.k.a. der Wüstentaucher a.k.a. der Überlebenskünstler

auf nach Kairo...

Sat, 13 Jan 2007 17:01:09 +0100 (CET)




Kiff halak - saldikis!
Nachdem wir uns also alle im Jahre 2007 befinden und ihr alle hoffentlich einen angenehmen feucht froehlichen Rutsch genossen habt gilt es doch mal herauszufinden wer eigentlich auf der spannensten Party gewesen ist. Kollege Lutterbach hat sich alkoholtechnisch die Nacht im Annanuts verschoenert und Meister Hane fleissig bis 5 Uhr morgens wohl seine Nachbarn beim Poker abgezogen - jut Jungs, is'n Ordnung aber wer von Euch da draussen hat es denn so richtig schwer krachen lassen??? Der Autor wuerde sich gerne an einer besonderen, wenn nicht so gar einzigartigen Sylvesterstory erfreuen. Als kleiner Orientierungshilfe gibt's da jetzt mal sporalisch meine Erfahrung vom alten zum neuen Jahr aus dem "Dive now - work later" - Dahab (offizieller touristischer Slogan!)

Ordentlich gestaerkt wurde sich zuerst bei traditioneller aegyptischer Kueche bei der britischen Sportbar um die Ecke, wo bereits schon gegen 19. Uhr die ersten Alkoholleichen entgegenschwankten (Briten halt!) Meine Eldies waren ja auch noch mit von der Partie und nachdem der Sicherheitscheck erfolgreich ueberwunden wurde ging's dann auch endlich ins Restaurant, um von einer Armada unbeholfener aegyptischer Trotteln bewirtet zu werden. Der Eine vergass die Speisekarte sammt Inhalt, der Andere den eigentlichen Garderobenstaender und ein Weiterer wiederrum hat es nicht gebacken bekommen sich 5 einfache Eiskugeln zu merken!

Na ja - dat Essen war wenigstens O.K. und nachdem meine Eltern erfolgreich ins Auto gesetzt worden sind Richtung Coralia ging's auf zum aljaehrlichen Vorgluehen. So ziemlich jedes Hotel, Hostel oder auch einfache Absteige, welches etwas auf sich hieltm meinte den letzten Tag des Jahres die absolut perfekteste Sylvesterparty schmeissen zu wollen und dementsprechen warben die Flyerboys mit energischem Einsatz und versuchten mir gleich almoeglichen Mist an Infos in den Rucksack zu schmeissen. Ich wich aber gekonnt auf meinem Bike aus und steuerte erstmal ins "Rush", wo auch die meisten meiner Kollegen feierten - es war auch die einzig Party wo kein Eintritt verlangt worden ist.

Dort angekommen gegen 23 Uhr ging's schon gut zur Sache und ich bekamm gleich erstmal ein Bier in die Hand gedrueckt, welches mich spontan veranlasste mich sofort ein wenig zu entspannen und den Rest der Leute zu begruessen. Die Meisten hatten schon tierisch einen im Tee und der Alkohlpegel begann auch bei meiner Wenigkeit in kontinuierlichen Zuegen zu steigen. Die Menschen wurden immer gespraechsfreudiger und die geschossen Fotos dementsprechend immer lustiger. Um Punkt 12 Uhr kam das kulturelle Programm dann zum Hoehepunkt und eine eigens angeheuerte Russisch-Tuerkische Bauchtaenzerin versuesste uns Maennern dann mit Ihrem Anblick den frischen Start ins neue Jahr.

Also auch 2007 beginnt gleich wieder mit Bikinifischen....jut dachte ich mir geschmeidig in mein Bier grinsend und genoss meine Nacht wenn auch leider fern ab von Berlin, wohin doch ab und zu fuer ein paar Sekunden meine Gedanken hinwanderten. Nachdem der Bikinifisch dann abgerueckt ist gab's ncoh etliche Feuerjongleure, die Ihre amateurhaften Darbietungen zum Besten gaben. Nichts besonderes aber nett und puenklich um 4.30 Uhr war dann Schluss mit lustig - schliesslich musste ja wieder puenktlich das Morgengebet erschallen, vondem wohl sowieso keiner mehr was mitbekommen hatte.....

So - genug Kleinstadt! Wird mal Zeit endlich mal wieder was 'Groesseres' auszuprobieren - schliesslich muss ja mal die allgemeine politische These getestet werden, dass Grossstaedte ab 15 Million Einwohner mehr durch ordentliches Chaos als durch chaotische Ordnung beherrscht werden. Deswegen ging's jetzt mal ab in Richtung Kairo, um zu sehen, ob an dieser These was dran ist und gleichzeitig auch mal herauszufinden woher die stets notorisch angefaulten Tomaten von meinen Obst- und Gemuesedealer meines Vertrauens eigentlich so herkommen.
Der Trip begann spaet... Gegen 23 Uhr sollte ein eigener Wagen uns abholen mit - bis dato erwaehnt - wenig Insassen, welcher uns fuer umgerechnet 20 Euro nach Kairo befoerdern sollte. Die Fahrt war auf 6 Stunden angesetzt und das Hotel sollte sich im Herzen Kairos befinden. Nachdem der Fahrer dann kurz vor Mitternacht endlich aus Tasche kam und uns abholte war der Hyundai Starex bereits schon mit 6 Leuten bespickt und wir dienten anscheinend nur noch Ausgleichgewichte...

Wahrhaft jedes bisschen Platz wurde irgenwie verwertet, inklusive Dachgepaecktraeger, auf dem sich alleine 5 Koffer stapelten und leicht gedrueckt wie eine Maltheser Presswurst ging es dann auch Richtung Megacity. Es dauerte dann auch 7 Stunden, und bedurfte 6 Polizeikontrollen plus eines Zwischenstops zwecks spontanen Erbrechens meiner Beifahrerin (die durch Zufall auch meine Freundin war...;-)) bis wir im Morgengrauen das Hotel im Stadtzentrum erreichten und mehr als erleichtert waren endlich ins Bett fallen zu duerfen. Zwar war es bitterkalt (ca. 5 Grad) und Heizung war ja obligatorisch nicht vorhanden, aber der Nachtportier, welcher auf Pappe auf'm Boden schlief, reichte uns noch ein paar Wolldecken und wir konnten uns wenigstens warm in den Schlaf kuscheln.

Der Tag selber wurde dann auch konsequent verschlafen und erst gegen 17 Uhr waren wir wieder fit genug, um dass Umfeld ein wenig auszukuntschaften. Kairo ist wahrlich eine brachiale Stadt: 17 Million Einwohner + 3.5 Million Pendler, welche taeglich morgens in die Stadt und abends ebenso wieder raus wollen. Anderes gesagt koennte man sich auch vorstellen, dass eine Stadt wie Berlin taeglich neue Einwohner bekommt und zwar alle auf einen Schlag!!!!
Mit dieser Info im Hinterkopf freute ich mich schon auf die verkehrstechnischen Zustaende und ich wurde nicht enttaeuscht....; die Aegypter fahren so chaotisch, dagegen sind die Pariser ein Haufen verklemmter Standstreifenfahrer!!! Noch nie zuvor in meinem ganzen Leben hab' ich soviel konzentriertes Chaos auf nur 2 Fahrbahnen erleben duerfen. Selbst die Latainamerikaner fahren zivilisierter als die "wannebe-Pharaonen" im Kairo des 21. Jhd.

Weil sich ja sowieso niemand danach richtig hat der Verkehrsminister wohl gleich saemtliche Ampeln ausgelassen und so galt halt das Recht des staerkeren, bzw. des besser gepanzerten Verkehrsmittel und ich halt es immernoch fuer ein Wunder, dass wir in den 3 Tagen Betonjungel weder angefahren noch ueberfahren worden sind!!! Geplant war zuerst sich einen eigenen Wagen zu mieten und so auf eigene Faust die Pyramiden, den Nil und die Sphinx zu erkundschaften, aber es war wohl die erste weise Entscheidung zu Beginn dieses Jahres sich lieber einen privaten Fahrer sammt Guide zu organisieren, welcher einen dann auch zu den besten Hotspots bringt.

Sein Wissen war dann gleich auch so effizient, dass wir zuvor ins Aegyptische Wissenschaftsinstitut fuhren und ohne Ueberpruefung mal eben so einen internationalen Studentenausweis bekamen, auf dem es fuer saemtliche touristische Aktivitaeten 50% Rabatt gab! Meine Wenigkeit war aber leider schon altersmaessig zu weit fortgeschritten und wurde so kurzerhand gleich zum "international Teacher" befoerdert. Seit dem Tag bin nun offiziell in Aegypten als Assistenz-Referent fuer Aegyptologie an der FU-Berlin registriert und weillte natuerlich sofort meines Amtes und zeigte meiner "Studentin Alexandra" alle wissenwerte Bereiche zum Thema Pyramidenanalyse & Papyrus-Prophylaxe!

Es war ein sehr lustiger Tag - auch wenn ich ein wenig von der Sphinx enttaeuscht war - schliesslich gilt sie mit als Wahrzeichens Aegyptens, aber ist in Realitaet nur ein billiger Steinklotz, welcher notorisch von Blitzlicht-knipsenden Japsen abgelichtet wurde....
Na ja - man hat es halt mal gesehen. Die restlichen Tage galten noch der Bewunderung des Nils und des aegyptischen Museums, welches ueber eine beachtliche Zahl von antiken Sagophagen verfuegte. Mein Respekt gegenueber der aegyptischen Polizei erlangte nebenbei auch ein neues Rekordtief, da naemlich insgesamt ueber 35 nur abstylende arabische Spinner mit Metalldektoren, Ueberwachungskameras und sogar Flughafenschleusen nicht in der Lage waren mein unbeabsichtigtes mitgeschwuggeltes Messer im Rucksack zu identifizieren - soviel soviel zum Thema qualitative aegyptische Sicherheitspolitik. Kein Wunder, warum die Anschlaege in Dahab und Sharm-el Sheikh ueberhaupt passieren konnten.

Suma sumarum kann ich Euch also sagen: Kairo lohnt sich definitv mal gesehen zu haben, aber spaetestens nach 3 Tagen werdet Ihr alle so die Schnauze voll haben, dass Ihr Euch wieder nach einen so angenehmen ruhigen und entspannten Ort wie Dahab sehnt!!!
In diesem Sinne - fuer alle ein erfolgreiches und hoffentlich fruiedliches neues Jahr und vergesst nicht mir die Sylvesterstories zu schreiben - und zwar mit Bildern!!!

En Shalah badim
Stefan

Weihnachtsspektakel in der Wüste

Mon, 25 Dec 2006 19:08:08 +0100 (CET)



Ma fish mush kella - saldikis...

nun, in der Annahme, dass Ihr alle Eure Geschenke fleissig ausgepackt und so die eine oder andere halbwegs nutzlose Ueberraschung erlebt habt, hoffe ich doch, dass Ihr alle ein paar ruhige und besinnliches Feiertage gehabt habt. Auch wenn es dieses Jahr wohl kein Schnee in good old Germany zu geben scheint, so habe ich mich solidarisch an Euere klimatische Bedingungen angepasst und laufe hier ebenfalls mit Jacke, Muetze und Schaal durch die Gegend. Die Winde hier haben seit zwei Wochen so drastisch zugenommen, dass kurze Hose zum Fest und Neujahr hier definitiv flach fallen werden (die Zeiten mit 32 Grad zu Sylvester wie in Guatemala scheinen sich dieses Jahr wohl leider nicht zu wiederholen..;-()

Dafuer erfreut sich meine Wenigkeit jetzt einer anderen Freizeitgestaltung - es nennt sich "Private Eltern Guide mit 100% inklusiven Schnickschnack." Da meine beiden naechsten Verwandten seit dem 21. Dez. hier vor Ort sind sind meine Tagesaufgaben leicht modifiziert worden. Zuerst sei leider erwaehnt, dass es tauchmaessig dank Nasennebenhoehlenvereiterung meine sportliche Begeisterung ein wenig eingeschraenkt ist. Zwar beginnt fast jeder Morgen nach wie vor mit 20-minuetigen Hochleistungskraulen im Roten Meer, aber tiefer als 5 Meter geht's wie dato nicht, weil aber dieser Tiefe mein Druckausgleich einfach versagt!!!

Nun ja - nich so schoen, aber schliesslich kann man aus seinen gegebenen Umstaenden ja auch einfach das Beste machen und sich dreisterweise einfach mit ins Hotel einbuchen (ohne Benachrichtigung der Rezeption versteht sich..) Die Vorteile liegen somit klar auf der Hand: ENDLICH mal wieder eine heisse Dusche, ein franzoesische Fruehstueckbuffet mit privaten Crepe-Assistenten, einen eigenen Strandbereich und schliesslich Zwei mir absolut alles erzaehlen zu wollende Eltern, die mir wirklich jede Kleinigkeit aus good old Germany mitteilen...

Zur gestrigen Weihnachtsfeier im Hotel Coralia war ich dann ebenfalls mit von der Partie und durfte Zeuge sein, wie mit grossem Aufwand die komplette christliche Weihnachtsgeschichte inklusive Kamele in Echtzeit simuliert wurde (ausser der Geburt natuerlich) und dass in einem muslimischen Land - ein wahrhaft ungewoehnliche Anblick. Aus der frisch importierten Dolby-Surround-Anlage erklungen dann auch deutsche Musikstuecke wie 'Stille Nacht, heilige Nacht' und per Satellitenschaltung konnte man auch live die Weihnachtsansprache unseres Bundespraesidenten, Horst Koehler, verfolgen..... - der technische Aufwand kannte anscheinend keine Grenzen.

Zum 7-Gaenge X-mas Menue wurde dann auch alles aufgetischt, was man aus der aegytischen Kueche so rausholen konnte und meinereiner erfreute sich an einer seit laengerer Zeit nicht mehr gesichteten Spezies - dem Bikinifisch - wie traditionel ueblich auch dieses Mal durch eine leicht aufgemotzte Russin verkoerpert. Jene weibliche Erscheinung prahlte dann zwischen Avocadosuppe und Kokosnuss-Souffle mit Ihren frisch, zum Heiligen Abend aufgenommen Nacktfotos, welche sie dann auch noch per Digicam der schon leicht erregten maennlichen Gesellschaft offenbarte. Da meine Wenigkeit durch Zufall im richtigen Winkel zum TFT-Monitor sass, genoss ich so zwischen Lachs, Weiswein und imitierten Moechtegern Kaviar meine kleine spontane Peep-Show und erhaschte ein paar nette visuelle Eindruecke der aktuellen russischen volldurchsichtigen Longerie.....
Zugegeben Weihnachten haette auch langweiliger ausfallen koennen, aber so wanderte staendig ein Grinsen von einem Mundwinkel zum Anderen.
Nachdem das Fressfest erfolgreich hinter sich gebracht wurde, war es nun Zeit die kleinen Elternteile ins Bett zu bringen und sich gut gesaettigt in die Partyszene zu stuerzen. Meine Mitbewohnerin empfing mich dann auch gleich mit einer selbstentwickelten Vodka-O Killermischung und man machte sich auf ins Blue Beach, um zu sehen wer all von seinen Mitarbeitern denn noch so den Abend in Vollrausch gestalten moechte. In dieser Britischen Kneipe war aber mehr der Hund begraben und die Meisten gingen gegen Mitternacht schon brav nach Hause - also bedurfte es eines Wechsels der Locacion und man fand sich streng angeheitert im RUSH wieder, wo irgendein eilig importierter D.J. aus Italien seine HOUSE-Faehigkeiten zum Besten gab.
Einer der nuetzlichen Vorteile mit einer Brazilianerin zusammen zu wohnen ist es, dass auf Parties sie staendig mit allerhand Alkohol versucht wird abzufuellen, welcher an diesem Abend zu 50% stets in meine Haende weiter landete und ich so die ganze Nacht wohl nur mit 3-4 Euro fuer Trinkwasser bestreiten musste - ein sich wirklich lohnender Vorteil. Keine Ahnung wieviel und vorallem was ich getrunken habe, jedoch ging die Nacht janz schoen schnell vorbei und nach etlichen spontanen Feuerakrobatiken ging's dann weiter in den naechsten Club, um nach all dem House endlich wieder auf vernuenftige Mucke wie HipHop & Dancehall umzusteigen.

Warscheinlich haben die meisten von Euch bis in die fruehen Morgenstunden durchgerockt - in Dahab ist um 4 Uhr leider der Ofen aus - aufgrund arabischer Morgengebete und religioesen Prozessionen. Da hilft auch kein Diskutieren mit dem Veranstalter - der Islam greift bitter durch!!!
Wirklich gestoert hat es mich persoenlich nicht - ich hatte mit all meinen Tauchkollegen 'ne Menge Spass und ein so billiges Weihnachten wie dieses hatte ich selten. Zwar musste ich alleine ins Bett gehen, da mein Habibti ja nicht bei mir sein konnte, aber dat Leben is ja och keen Ponyhof und Anfang Januar werden meine Sehensuechte ja wieder gestillt..;-)
In diesem Sinne geniesst noch alle die hoffentlih erholsamen Feiertage - trinkt einen Gluehwein fuer mich mit und schickt mir weiterhin nette Partypicks!

Der Wuestentaucher

Russinnen und andere Spielereien

Sun, 17 Dec 2006 17:45:45 +0100 (CET)



Salam....
Diesmal befasse ich mich in der heutigen Maerchenstunde mit einem ganz bestimmten Meerestier - den Bikinifisch. Meist verkoerpert durch junge halbversaute Russinen, die meinen mit Ihren knappen Bikinis und noch so abgestylten Koerper im Wasser sich die einen oder anderen Aegypter schnappen zu koennen. Lustig wird's dann vorallem immer, wenn man direkt unter ihnen taucht und aus Mundstueck sowie Oktopus erstmal ordentlich 50 bar Luft entleert, der dann als gigantische Lustblase nach oben rast. Auch vor Divemaster machen sie nicht halt und so wird man nur aufgrund seiner mittlerweilen frischen meeresblondierten Haarpracht schon sofort auf dem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit angebaggert. Ein Tauchkollege von mir hat letztes Mal sogar das Bikinihoeschen als "Pfand" behalten duerfen - na ja, auch 'ne Art Trinkgeld bzw. Anzahlung auf spaetere Verpflichtungen...

Ueberhaupt ist das mit den Russen hier doch schon eine leichte Epidemie. Ganze Chartergesellschaften karren punektlich zur Weihnachtszeit Tausende von Vodkasuechtigen nach Sharm und Dahab und unsereiner muss sich mit diesem halb Verbloedeten halb wir-machen-jetzt-mal-auf-ick-kann-mir-ploetzlich-alles-leisten Pack auseinandersetzen.
Vor ein paar Tagen hatte ich dann auch einen netten Vorfall am sagenumworbenen Blue Hole, wo ganze Schwaerme von Ruskies sich vor dem Tauchgang erstmal ordentlich am Vodka ergoetzt haben ud sich wunderten, dass sie nach dem Tauchgang alle nur noch Kopfschmerzen hatten. Einer ist fast Ohnmaechtig geworden und meine Wenigkeit durfte Held vom Dienst spielen und Ihn erstmal ne ordentliche Pulle reinn Notfallsauerstoff verabreichen. Zum Dank gab's vom ihn dann erstmal einen Schluck Vodka - schliesslich war ja sein Geburtstag....

Laut einer kleinen Recherche meinerseits werden von Moskau aus komplette Urlaubspakete zu einem Spottpreis in Richtung Aegypten geschnuert. So wird z.B. 10 Tage Halbpension mit Fruehstueck, Flug und Transfer fuer schlappe 299 US $ angeboten - da ist selbst der Geiz nicht mehr geil genug und so sitzen bei uns momentan im Hilton nur irgenwelche halb abgedroschene Weiber mit ihren verrunzten Typen und machen einen auf Paris H.

Eine weitere lustige Anekdote ist jene Zusammetreffen von zwei leicht verwoehnten italienischen Pueppchen, die meinten zu schoen fuer diese Welt zu sein und zum Tauchen dann auch erstmal in einem pinkfarbenen Camouflagetauchanzug bei uns antanzten. Der Anblick alleine war schon den Abschuss wert, aber es wurde sogar noch besser. Da Tauchen anscheinend immernoch als Maennersport gehandelt wird, muss die Frau von Welt auch unter Wasser stets ihr Bestes performen und dazu gehoert auch ein funkelndes sowie betoerendes Make-up. Dumm nur, wenn man dieses irgendwo zuvor auf'm Basar erklaut hat und man nach dem Tauchgang nicht damit gerechnet hat, das das Zeug nicht wasserfest war - die Jungs von KISS waeren auf jeden Fall neidisch geworden und ich hab mir fuer mein froehnendes Lachen fast eine eingefangen, weil ich es natuerlich auch solange wie moeglich hinausgezoegert habe, es diesen Grazien mitzuteilen. Schadenfreude ist halt die schoenste Freude....

Nun denn, alle Stories und Geschichtchen gibt's uebrigens im Internet nochmal nachzulesen, falls Ihr noch nicht im Besitz der kompletten Wuestentauch-Collection seien solltest. Unter www.lokalisten.de einfach nach DonEstevan suchen und sich berieseln lassen und natuerlich freue ich mich immer auf einen netten persoenlichen Gaestebucheintrag!!!
In diesem Sinne - saldikis. Gehabt Dich wohl, geniesst die Feiertage und lasst was von Euch hoeren - von mir aus auch Weihnachtsstories

Gruesse aus der Wueste
Stefan

mal kurz so vorm 2.Advent...

Fri, 8 Dec 2006 18:33:21 +0100 (CET)



Juten N'abend....
so - nach fast einmonatigem Silenzium wird's wahrlich echt mal wieder Zeit sich aufzuraffen und in die Tasten zu tippen - hat sich ja auch wieder viel veraendert. Bei einem Mann gibt es ja bekanntlich 3 Gruende, warum es nichts mehr von sich hoeren laesst: erstens - er ist einfach nur faul und uebt sich schwer im notorischen Nichtstun und ist damit so ausgelasstet, dass fuer kleine Kommunikationsspielchen wie das Internet einfach keine Zeit mehr bleibt. Zweitens kann es passieren, dass er so viel mit Arbeit zugehauen ist, dass er fuer Privates noch nicht mal einen Gedanken verschwenden kann (bei mir also recht unwarscheinlich). Die dritte Alternative stammt von meiner Mutzen persoenlich und unterstellt dem maennlichen Geschlecht massive Ablenkung durch ein bestimmtes weibliches Geschlecht, welches ihn nicht nur saemtliche Zeit, sondern auch saemtliche Sinne raubt und es deswegen zu starken kommunikativen Einschraenkungen mit der Aussenwelt kommen kann....

Nun, um's kurz zu machen - meine Wenigkeit ist seit gut einer Woche nicht mehr auf dem freien Markt zu haben und er Grund meiner schlaflosen Naechte kommt sogar aus good old Germany (meine Eltern duerfen also erleichtert aufatmen.....) Nach konsequentem 16-taegigen Dauertauchen, was diesmal nicht immer stressfrei ablief, war ich doch mehr als froh von einer gewissen Dame aus Westdeutschland einen mehr als angenehmen emotionalen Ausgleich erfahren zu duerfen.

Psychisch geht's mir also Top (fuer mich hat der Fruehling schon seit einer Woche begonnen - ha,ha) aber physisch gesehen hat mein Koerper doch schon einiges wegstecken muessen. Im Monat November hatte ich - nach Abzug der Tech-Tauchgaenge, welche leider zu meinen freien Tagen zaehlten - gerade nur mal 2,5 freie Tage und war ansonsten Dauerbeschaeftigt mit Chech Dives, Refresher, Nightdives (diese sind hier jetzt richtig kalt!!!) und halboffiziellen Tauchfuehrungen. Fuer Letzteres braeuchte ich eigentlich meine PADI Divemaster Lizenznummer, um rechtlich abgesichert bzw. offiziell verifiziert zu sein - da aber der Trainee bekanntlich immer die guenstigste Alternative ist und ich die konstante Supervision mittlerweile satt habe, ist es mir inoffiziell gestattet worden einfache Tauchplaetze (immerhin 10 Stueck) selbst zu guiden ----- YEESSSS!!!

Ab jetzt geht der Spass erst richtig los, vorallem weil mir keiner mehr dazwischenredet bzw. meine Autoritaet unterbricht oder mir irgendwelche Fallen zwecks kognitiven Bewustseinstest in den Weg legt und ich mir nach jedem Tauchgang ein "persoenliches Debriefing" anhoeren muss...
Nun obliegt die Verantwortung jener armen Seelen, welche mit mir in die unentlichen Tiefen des Roten Meeres hinabsteigen, in meinen Haenden und bis dato ist es mir doch eindrucksvoll gelungen saemtliche eigensverschuldete Fehler kunstvoll und mit einer Prise Humor konkret zu kaschieren..... von Flossenbandriss ueber ausgelassene praktische Pruefungssegmente bis hin zu vollkommenen vergessenen Lungenautomaten und Passierscheine fuer die Polizei war schon mal alles mit dabei;-)

Na ja - passiert! Ansonsten macht der Job ja auch nur halbsoviel Spass, wenn man sich ab und zu nicht selber mal die Daumenschrauben ein wenig fester anzieht.
Momentan lieg ich nach all diesen Spaerenzchen ein wenig ausgepauert im Bett und bin fuer 4 Tage krankgeschrieben, aufgrund einer mittelschweren Mittelohrentzuendung und einer im Einklang dehinnervenden Grippe, welche mir das Tauchen gerade unmoeglich macht. Ohne Druckausgleich is' nun mal schlecht tauchen und da mir eine lokale Algenart mein rechten Gehoergang leicht verschoenert hat, ist es mit dem Stereo seit zwei Tagen auch passe.
Hmmm - zumindestens bleiben mir so erstmal die Nachttauchgaenge erspart und ich beginn' jeden Tag mit einem Grinsen, weil mein "Habibti" jeden Morgen fleissig auf Kosten der Firma mit mir telefoniert und mir von so Schauermaerchen wie Weihnachtfeier, Christbaumschmuck und anderen laestigen Zeitvertreib zu berichten weiss und ich mich gemuetlich auf die andere Seite drehen kann, waehrend der Rest der Sippschaft eifrig zu malochen hat.

Mal schau'n - erstmal wieder die eigenen koerperliche Akkus fuellen bis dann in weniger als zwei Wochen meine Eltern am Flughafen stehen werden!!! Besonders bei meiner Mudda wird's garantiert ein Spass ihr mein Schlafgemach zwischen Ziegen, Kamelen und Moscheen zu praesentieren........Weihnachten also mal komplett anderes, ohne den christlichen Klimbim sondern mit islamischen Gebetspruechen, welche auch am Heiligabend 5-mal am Tag vom Gebetsturm schallen werden - dat wird ein Spass.....;-)

In diesem Sinne - geniesst alle die besinnlichen Tage und seit froh, dass Euer Weihnachtsbaum wenigstens von Mutter Natur stammt und nicht in gruenen Plastik gefaerbt fuer 19,99 L.E. im oertlichen Basar namens "Gazala-Market" erworben ist!!!!

En Shala badim
Der Wuestentaucher

Geburtstagsparty in der Wüste

Mon, 13 Nov 2006 19:44:10 +0100 (CET)



Hallas - saldikis!
Nach all den intensiven letzten Tagen des Feierns und des Arbeitens hab' ich jetzt endlich mal wieder ne freie Stunde gefunden, um Euch alle mal wieder bei Laune zu halten.

Erstmal vielen herzlichen Dank fuer all die reichlichen Geburtstagsgruesse - zwar hat es keiner auf die Reihe bekommen mir sie auch puenklich zukommen zu lassen (mit Ausnahme der Telefonate - DANKESCHOEN!), aber es zaehlt ja bekanntlich die Absicht mehr als die Effizienz....Nebenbei sei auch erwaehnt das ich Jahrgang 77 bin und laut mathematischer Relevanz noch ein Jahr Zeit habe, bis ich mir eine 3 vor die 0 stellen darf (nicht war - UWE!!!). Von daher fand ich die Lobungen zwecks meines RUNDEN Geburtstages doch leicht amuesant, aber dieser Spass steht Euch allen erst naechstes Jahr bevor....

Nun - 'ne Party in der Wueste zu feiern ist wirklich mal was vollkommen Anderes als alle Parties, die ich bis dato so erlebt habe. Von traditionellen Beduinen, ueber besoffene Aegypter bis hin zu 4 Estlaenderinnen, die auch spontan vorbei schauten (checkt die Fotos!!!) Jetzt fragt sich bestimmt der Ein oder Andere wie man in einem muslimischen Polizeistaat wie Aegypten, wo es nur maximal Bier und Wein gibt (und zwar fast nur Schlechtes!) 'ne halbwegs anstaendige Geburtstagsparty schmeiss kannen....nun - normalerweise muesste man sich mit den Gegebenheiten begnuegen, allerdings wird der Abend dann erst interessant, wenn man vorher von good old Germany noch 'ne anstaendige Flasche Whisky (Jonny Walker) eingeschmuggelt hat, welche man hier locker fuer 115 Euro pro Flasche (aktueller Schwarzmarktpreis) haette verscherbeln koennen. Da mir fuer meinen werten Gaeste aber ja bekanntlich nichts zu schade ist, wurde dieser edele Tropfen in knapp 'ner halben Stunde verputzt und spaetestens dann konnten auch die Estlaenderinnen (oder Estlinnen?) fast perfekt arabisch lallen....

Die Nacht wurde dann feucht froehlig im naechsten Club mit schwarzgebrannten Vodka (auch die Russen haben hier so Ihre Methoden) und jeder Menge Freibier (dank der belgischen Barkeeperin, mit der ich mich SEHR gut verstanden habe) bis zum Morgengrauen durchgemacht mit einem atemberaubenden Sonnenaufgang zum Ausklang. Der erste nuechterne Moment kam dann aber um 6.30 Uhr morgens, als mein Wecker klingelte und ick wieder zur Arbeit malochen durfte, da leider auch frisch gebackene 29-jaehrige sich nicht vor der Arbeit druecken konnten.
Meine Hauskatze war von dem Hochprozentigen anscheinend auch ein wenig angetan, da sie mir naemlich so ziemlich genau um Mitternacht ins Bett kotzte, welches ich erst am naechsten Morgen bemerkte und dementsprechend in einem edelen Au-de-Toilette den Duft des naechsten Tages schnuppern durfte......:(

Man - hatte ich einen Kater und spaeter ein Mattscheibe und zualledem noch 3 Tauchgaenge zu absolvieren. Dementsprechend war ich die naechsten 3 Tage eher koerperlich als geistig ansprechend und mit einer ordentlichen Konzentration Stickstoff im Blut vergeht der Rausch erst recht doppelt so langsam. Gelohnt hat es aber dennoch alle Mal und diesen Abend bzw. Nacht werde ich wohl so schnell nicht vergessen....

Mein schoenstes Geburtstagsgeschenk bekam ich aber vorgestern, als Johan (mein Mentor) mir endlich meine Zulassung zum Divemaster ausgehaendigt hat und somit die erste Phase meines Arbeitsvertrages erfolgreich absolviert habe. Es dauert nun ca. 1-2 Wochen bis PADI (Professional Association of Diving Instructors - mein Ausbildungsstandard) mir meine eigene Lizenz und Tauchnummer ausstellt, um somit endlich als professionel anerkannter und selbststaendiger Divemaster arbeiten zu koennen. Waehrend dieser "Wartezeit" werde ich jetzt speziell auf "Off Shore- & Boat Diving" geschult und darf unter Supervision eines mehr erfahrenden Divemasters meine eigenen Gruppen von bis zu 8 Leuten leiten. Von der Ausruestung, ueber Transport, Wahl des Tauchplatz, Briefing, selbststaendiges Guiden bis hin zum Logbuch verifizieren obliegt nun alles meiner eigenen Supervision und dies macht bei weitem mehr Spass als staendig in der Tauchbasis sich nur um die Logistik kuemmern zu muessen.

Meine bazilianische "Mamacita" kuemmert sich auch weiterhin ruehrend um mein leibliches Wohl, auch wenn es mich so langsam in den Fingern juckt wieder selber mein Kochtalente unter Beweis zu stellen. Problem ist nur, dass kulinarische Vielfalt hier vor Ort eher Gluecksache ist und mein Fruehstueck meistens aus Tomaten-Kaese Sandwichs, Nudelsalat und halbfrischen Bananen und Honigmelonen besteht.
So langsam aber sicher sehne ich mich nach meinem heisbegehrten Schokomuesli zurueck oder alleine mal den Luxus in ein Vollkornbrot seine Beisserchen versenken zu duerfen - das taegliche Weisbrot haengt mir nun allmaelich zum Hals raus!!!

Jetzt zur Winterzeit wird sich Verpflegung wohl nicht merklich verbessern und so muss ich ab und zu auf meine Multivitamin-, Calcium- und Magnesiumtablettenvorraete zurueckgreifen, um physisch wie koerperlich bei Stange zu bleiben. Mit der spaeteren Jahreszeit hat auch der Wind stark zugenommen, sodass einige Tauchgaenge an witterungsungeschuetzten Plaetzen in Punkto Kaelte doch recht unangenehm werden koennen. Zwar verfuege ich zum Glueck ueber einen Halbtrockenen 7mm langen Neoprenanzug, aber auch dieser bringt recht wenig, wenn zwischen den Tauchgaengen die Sonnenstrahlen nicht mehr genug Kraft haben, um den Anzug vollstaendig zu trocken, sodass man in ein halbnasses Ganzkoerperkondom schluepfen muss.... besonders bei Nachttauchgaengen ist dies eine recht unangenehme Prozedur und erhoeht erheblich den krankheitsbedingten Ausfall einiger Kollegen, sodass ich jetzt teilweise 4 Mal taeglich ins Wasser muss!

Noch hat's mich nicht erwischt - hoffe, dies bleibt auch so......
Soweit wieder von meiner Wenigkeit - hoffe ich konnte Euch wieder fuer einige Minuten aus den verregneten Herbstalltag entlocken und mit ein paar weiteren Bildern Euere Fantasien anregen...
Gehabt Euch wohl und vergisst nicht Euere Grippeimpfung;-)

Der frisch gekroente Divemaster

Tec Diving

Thu, 2 Nov 2006 20:29:06 +0100 (CET)




Hallo Schlechtwetterverwöhnte!!!
November - was für ein schoener Monat!!! Insbesondere, weil ich am 8.11 mal wieder ein Jahr älter werde und ich mir deswegen ganz ganz ganz viele Mails von Euch aus good old Germany '"wünsche - allein um schon zu checken, wieviele von den mittlerweile 84 Adressaten immernoch meine Mails lesen!!!
Auch diesmal ist wieder seit der letzten Mail viel passiert und auch wert es in schriftlicher Form für die Ewigkeit zu erwähnen.

Nachdem ich endlich sämmtliche Pruefungen erfolgreich hinter mir gebracht habe, meine neue Mitbewohnerin mich tÄglich bekocht (Fruestueck sowie Abendessen) und ich eine Beduinin gefunden habe, die mir für gerade mal umgerechnet 2 Euro pro Woche sämtliche Klamotten wäscht und bügelt, war es definitv mal wieder an der Zeit meinen professionellen Dasein wieder mit neuen Herausforderungen zu belasten.
Zu meinem DGP-Programm zaehlt ja nicht nur die reine professionelle Divemasterausbildung, um letztenendes selbst bestimmte Kurse zu leiten und zusaetzlich als Diveguide zu fungieren, sondern auch der sehr spannende Einblick in die Moeglichkeiten eines Tec-Divers (uff jut Deutsch: Technischer Taucher)

Seit nunmehr knapp einer Woche habe ich nun verschaerft Einblick in die Thematik von Dekompressionstauchgaengen und mathematischen Notfallkalkulationen erhalten und darf mich seit genau heute "Advanced Nitrox Diver incl. Decompression Procedure" schimpfen!!!
Aber erstmal bekanntlich der Reihe nach und fuer diejenigen unter Euch, die sich jetzt gerade am Hinterkopf jucken und sich selbst mit einem grossen breiten "ÄHHH???" vorm Spiegelbild betrachten, den sei eine kleine Erlaeuterung gegönnt...
Das allgemeine Sporttauchen beschraengt sich im Allgemeinen auf eine maximale Tiefe von 40m mit einem Gastank und mindestens einem "Buddy" (also paarweises Tauchen). Beim Tec-Diving wird diese Grenze bewusst ueberschritten, jedoch bedarf es einer intensiveren thoeretischen wie auch praktischen Ausbildung, da sich in Tiefen jenseits von 40m die physikalischen und physischen Zustaende extremere Auswirkungen auf den menschlichen Organismus haben als in seichteren Tiefen.

Fuer alle Tauchwanabees und solche, die es noch werden moechten - hier eine kurze theoretische Einfuehrung, um die Relevanz von Gasdruck auf unseren Koerper besser zu verstehen:

Nitrox steht für nichts anderes als angereicherten Sauerstoff. Die uns umgebene Luft an der Oberfläche (1 Bar), welche wir taeglich atmen und zum Leben brauchen besteht zu 78% aus Stickstoff, 21% aus Sauerstoff, 0,97% Argon und zu 0,03% weiteren 12 Edelgasen. Vergessen wir mal spontanerweise diese 1% und erkennen einen bedeutenen Ueberschuss von Stickstoff in unser täglich atmenden Luft. Von diesen 21% Sauerstoff benötigt unser Organismus dann auch nur bescheidene 5%, um seine Vitalfunktionen aufrecht zu erhalten und ist so gesehen doch relativ anspruchslos.
Je tiefer man jedoch abtaucht desto groesser wird der Druck (10m-2bar; 20m-3bar; 30m-4bar; usw.). Durch den steigenden Partialdruck (Teildruck) steigt mit jedem tieferen Meter auch die Stickstoffanreicherung im Blut und unsere Gewebe koennen nur eine gewisse Sättigung (Anreicherung) vertragen, ohne nach dem Auftauchen davon Schaden zu nehmen (Stickstoffnarkose a.k.a Tiefenrausch oder sogar Dekompressionskrankheit)
Durch angereicherten Sauerstoff (Nitrox) wird das Verhältnis Sauerstoff/Stickstoff manipuliert und der Prozentsatz von Oxygen künstlich erhöht. Dadurch kann man bei tieferen Tauchgängen länger verweilen und allgemein gesagt länger und sicherer tauchen. Auch ist die Gefahr einer Stickstoffnarkose deutlich geringer, welche den Taucher in einen Zustand von völliger Euphorie bis hin zu starken körperlichen Beschwerden bringen kann.

Meine Wenigkeit hat jetzt also nun nicht mehr einen (Gas)Tank auf den Ruecken, sondern einen 2. Tank an der Seite, welcher über einen deutlich höheren Sauerstoffanteil verfügt, und so beim Aufsteigen deutlich schneller den Stickstoff in meinem Körper abbaut, als dies bei normaler Atemluft der Fall wäre. Interessant wird es dann auch diesen Extratank unter Wasser auzutarieren und nach wie vor im völligen Gleichgewicht dahinzuschwimmen. Ab einer bestimmten Tiefe wird dann vom sog. "Bottom-Mix"(Gasgemisch des Haupttankes auf dem Rücken) über ein 2. Mundstück am Extratank das Gasgemisch gewechselt und somit der Stickstoffabbau drastisch erhöht.

Klingt bis dahin alles recht unspektakulär, bis auf die Keinigkeit, dass man auf einmal 10kg mehr Schlagseite auf dem Weg ins Wasser hat und die meisten Touris einen nur planlos anstarren, warum zum Teufel der Kerl da mit seiner Gasflasche am Strand "Gassi geht".

Richtig interessant wird's es dann bei der 2. Vertiefung des Tec-Divings, den sog."Dekompressions-Prozeduren" - der bis dato Höhepunkt meiner Tauchfähigkeiten.
Seit nämlich nun 3 Tagen sind die Zeiten des Singletanks (Einzeltank) auf dem Rücken Geschichte und es geht mit einer speziellen Tauchjacke und 2 Aluminiumflaschen auf dem Rücken und einer an der Seite ins Wasser und man hat ein komplett neues Feeling von Tarierung und Schwimmtechnik. Mit nunmehr 3 Tanks am Körper kann man warlich ganz andere Tiefen mit viel längeren Grundzeiten betauchen und so kann ein einzelner Tauchgang dann auch schonmal 88 Minuten dauern, ohne dazwischen das Wasser verlassen zu müssen.
Grosser Nachteil ist leider das Gewicht - alleine die Doppeltanks und die Spezialgewichte bringen alleine 50-60 kg auf die Wage. Hat man dann noch einen Extratank an der Seite, eine Boje (für die Dekompressions-Stops) sowie 2 Tauchcomputer, eine Schreibtafel und ein 30m Seil am Körper, so kann die Ausrüstung dann doch schon mal leicht unübersichtlich werden und man waschelt mit ca. 70-75kg in Richtung Meer.

Klarer Vorteil ist dabei, dass man definitv der absolute Blickfang am Strand ist und das lebende Beispiel einer komprimierten Materialschlacht im Gummipanzer darstellt. Der wahre Genuss stellt sich dann jedoch sofort unter Wasser ein, sobald die grössere Dichte des Wassers die Schwere der Ausrüstung auf ein angenehmes Niveau reduziert.
Man geht dann natürlich nicht einfach nur tauchen, sondern es werden unter Wasser vielmehr spezielle "Skills"geübt, um in Notfallsituationen die richtigen Massnahmen zu ergreifen. Heute zu meiner praktischen Abschlussprüfung und zur finalen Brevetirung wurde ich nochmal so richtg auf Herz und Nieren geprüft:

Es ging los sich von der Oberfläche erstmal in weniger als 2,5 Minuten auf 43m fallen zu lassen und diese nicht zu unterschreiten (ansonsten durchgefallen!), danach folgten so kleine Spässe wie z.B:
-Tauchmasken mit seinem "Buddy" (Tauchpartner) hin und her zuwechseln;
-sein komplettes Equipment samt "Slingtank" (3. Tank an der Seite) abzulegen und wieder anzuziehen;
-seine eigenen Tanks vom Instructor zuschrauben zu lassen und selbst wieder das Ventil auf dem Ruecken zu öffnen;
-eine selbstabblasendes Ventil auf dem Rücken zu lokalisieren, dieses dann abzudrehen und auf den Ersatzregulator (2. Mundstück) zu wechseln;
-konsequent die Tiefen einzuhalten und nicht höher als maximal + - 1Meter zu tarieren;
-optimal die Boje in einer Tiefe von 12 Meter an die Oberfläche zu schiesen, ohne dabei selber mit hochgeschossen zu werden und zuguter Letzt
-NICHT auf die kleinen Gemeinheiten des Instructors reinzufallen (so wie ich beinah)
Zugegeben- der grösste Flash für mich war bei knapp 43m die Masken mit Simon zuwechseln bei geschlossenen Augen und keinerlei Kontrolle über die Auf- und Abstiegsgeschwindigkeit. Bei 10m Tiefe ist dies Peanuts, aber bei einem Druck von 5 bar, schlechten Sichtverhältnissen und keinen sichtbaren Grund unter seinen Flossen gehen einem da doch komische Dinge durch den Kopf!!!

Es lief aber alles glatt, keiner ist abgeschmiert und zum Dank gab's dann erstmal 'ne Banane auf 37m Tiefe(!). Warscheinlich fragt sich jetzt der ein oder andere wieder "HÄÄÄ" - ne Banane, aber es ist wirklich Teil der Prüfung gewesen unter Wasser das Atmen mit Kauen und Schlucken so koordinieren zu können, dass man die Tarierungskontrolle behält und vorallem weiter konstant atmet.

Wie gesagt - ein recht unterhaltsamer Tauchgang und als Krönung des Ganzen fanden wir auf knapp 35m eine noch voll funktionstüchtige Sony Digitalkamera im speziellen Unterwassergehäuse. Die Fotos, die damit geschossen wurden könnten glatt einen ganzen Themenabend füllen - eine kleine Auswahl gib's sobald das passende Downloadkabel organisiert wurde.

Jut - ich hoffe, ich hab' Euch alle nicht völlig mit Tauchtheorie überfordert und falls doch, dann gib's jetzt zum Abschluss noch ein paar recht gelungene Tauchfotos.
Das letzte stammt übrigends vom der Halloweenparty von unserem Manager und zeigt mich beim gemütlichen Kaufabschluss der nächsten zwei Ölraffinerien im mittleren Osten repräsentiert durch die örtlichen Beduinen. Und da man sich ja den Kulturen eines Landes anpassen sollte, hab' ich mich auch gleich ein wenig in Schale geschmissen - aber seht selber;-)
Sportliche Grüsse aus der Wüste und denkt alle an den 8.November, sonst gibt's was uff'n Latz!!!

der frischgebackene Tec-Diver