Mittwoch, 9. Mai 2007

Geburtstagsparty in der Wüste

Mon, 13 Nov 2006 19:44:10 +0100 (CET)



Hallas - saldikis!
Nach all den intensiven letzten Tagen des Feierns und des Arbeitens hab' ich jetzt endlich mal wieder ne freie Stunde gefunden, um Euch alle mal wieder bei Laune zu halten.

Erstmal vielen herzlichen Dank fuer all die reichlichen Geburtstagsgruesse - zwar hat es keiner auf die Reihe bekommen mir sie auch puenklich zukommen zu lassen (mit Ausnahme der Telefonate - DANKESCHOEN!), aber es zaehlt ja bekanntlich die Absicht mehr als die Effizienz....Nebenbei sei auch erwaehnt das ich Jahrgang 77 bin und laut mathematischer Relevanz noch ein Jahr Zeit habe, bis ich mir eine 3 vor die 0 stellen darf (nicht war - UWE!!!). Von daher fand ich die Lobungen zwecks meines RUNDEN Geburtstages doch leicht amuesant, aber dieser Spass steht Euch allen erst naechstes Jahr bevor....

Nun - 'ne Party in der Wueste zu feiern ist wirklich mal was vollkommen Anderes als alle Parties, die ich bis dato so erlebt habe. Von traditionellen Beduinen, ueber besoffene Aegypter bis hin zu 4 Estlaenderinnen, die auch spontan vorbei schauten (checkt die Fotos!!!) Jetzt fragt sich bestimmt der Ein oder Andere wie man in einem muslimischen Polizeistaat wie Aegypten, wo es nur maximal Bier und Wein gibt (und zwar fast nur Schlechtes!) 'ne halbwegs anstaendige Geburtstagsparty schmeiss kannen....nun - normalerweise muesste man sich mit den Gegebenheiten begnuegen, allerdings wird der Abend dann erst interessant, wenn man vorher von good old Germany noch 'ne anstaendige Flasche Whisky (Jonny Walker) eingeschmuggelt hat, welche man hier locker fuer 115 Euro pro Flasche (aktueller Schwarzmarktpreis) haette verscherbeln koennen. Da mir fuer meinen werten Gaeste aber ja bekanntlich nichts zu schade ist, wurde dieser edele Tropfen in knapp 'ner halben Stunde verputzt und spaetestens dann konnten auch die Estlaenderinnen (oder Estlinnen?) fast perfekt arabisch lallen....

Die Nacht wurde dann feucht froehlig im naechsten Club mit schwarzgebrannten Vodka (auch die Russen haben hier so Ihre Methoden) und jeder Menge Freibier (dank der belgischen Barkeeperin, mit der ich mich SEHR gut verstanden habe) bis zum Morgengrauen durchgemacht mit einem atemberaubenden Sonnenaufgang zum Ausklang. Der erste nuechterne Moment kam dann aber um 6.30 Uhr morgens, als mein Wecker klingelte und ick wieder zur Arbeit malochen durfte, da leider auch frisch gebackene 29-jaehrige sich nicht vor der Arbeit druecken konnten.
Meine Hauskatze war von dem Hochprozentigen anscheinend auch ein wenig angetan, da sie mir naemlich so ziemlich genau um Mitternacht ins Bett kotzte, welches ich erst am naechsten Morgen bemerkte und dementsprechend in einem edelen Au-de-Toilette den Duft des naechsten Tages schnuppern durfte......:(

Man - hatte ich einen Kater und spaeter ein Mattscheibe und zualledem noch 3 Tauchgaenge zu absolvieren. Dementsprechend war ich die naechsten 3 Tage eher koerperlich als geistig ansprechend und mit einer ordentlichen Konzentration Stickstoff im Blut vergeht der Rausch erst recht doppelt so langsam. Gelohnt hat es aber dennoch alle Mal und diesen Abend bzw. Nacht werde ich wohl so schnell nicht vergessen....

Mein schoenstes Geburtstagsgeschenk bekam ich aber vorgestern, als Johan (mein Mentor) mir endlich meine Zulassung zum Divemaster ausgehaendigt hat und somit die erste Phase meines Arbeitsvertrages erfolgreich absolviert habe. Es dauert nun ca. 1-2 Wochen bis PADI (Professional Association of Diving Instructors - mein Ausbildungsstandard) mir meine eigene Lizenz und Tauchnummer ausstellt, um somit endlich als professionel anerkannter und selbststaendiger Divemaster arbeiten zu koennen. Waehrend dieser "Wartezeit" werde ich jetzt speziell auf "Off Shore- & Boat Diving" geschult und darf unter Supervision eines mehr erfahrenden Divemasters meine eigenen Gruppen von bis zu 8 Leuten leiten. Von der Ausruestung, ueber Transport, Wahl des Tauchplatz, Briefing, selbststaendiges Guiden bis hin zum Logbuch verifizieren obliegt nun alles meiner eigenen Supervision und dies macht bei weitem mehr Spass als staendig in der Tauchbasis sich nur um die Logistik kuemmern zu muessen.

Meine bazilianische "Mamacita" kuemmert sich auch weiterhin ruehrend um mein leibliches Wohl, auch wenn es mich so langsam in den Fingern juckt wieder selber mein Kochtalente unter Beweis zu stellen. Problem ist nur, dass kulinarische Vielfalt hier vor Ort eher Gluecksache ist und mein Fruehstueck meistens aus Tomaten-Kaese Sandwichs, Nudelsalat und halbfrischen Bananen und Honigmelonen besteht.
So langsam aber sicher sehne ich mich nach meinem heisbegehrten Schokomuesli zurueck oder alleine mal den Luxus in ein Vollkornbrot seine Beisserchen versenken zu duerfen - das taegliche Weisbrot haengt mir nun allmaelich zum Hals raus!!!

Jetzt zur Winterzeit wird sich Verpflegung wohl nicht merklich verbessern und so muss ich ab und zu auf meine Multivitamin-, Calcium- und Magnesiumtablettenvorraete zurueckgreifen, um physisch wie koerperlich bei Stange zu bleiben. Mit der spaeteren Jahreszeit hat auch der Wind stark zugenommen, sodass einige Tauchgaenge an witterungsungeschuetzten Plaetzen in Punkto Kaelte doch recht unangenehm werden koennen. Zwar verfuege ich zum Glueck ueber einen Halbtrockenen 7mm langen Neoprenanzug, aber auch dieser bringt recht wenig, wenn zwischen den Tauchgaengen die Sonnenstrahlen nicht mehr genug Kraft haben, um den Anzug vollstaendig zu trocken, sodass man in ein halbnasses Ganzkoerperkondom schluepfen muss.... besonders bei Nachttauchgaengen ist dies eine recht unangenehme Prozedur und erhoeht erheblich den krankheitsbedingten Ausfall einiger Kollegen, sodass ich jetzt teilweise 4 Mal taeglich ins Wasser muss!

Noch hat's mich nicht erwischt - hoffe, dies bleibt auch so......
Soweit wieder von meiner Wenigkeit - hoffe ich konnte Euch wieder fuer einige Minuten aus den verregneten Herbstalltag entlocken und mit ein paar weiteren Bildern Euere Fantasien anregen...
Gehabt Euch wohl und vergisst nicht Euere Grippeimpfung;-)

Der frisch gekroente Divemaster

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