So – knappe 3 Wochen sind seit meinem Antritt in den Emiraten verstrichen und es gibt wahrlich einiges zu berichten. Das Wichtigste erstmal zuerst:
MEIN VORSTELLUNGSGESPRÄCH WAR ERFOLGREICH!!!!!!!!!!!!!!!!!
Und zwar genau in jener Branche und Firma, wo ich immer bevorzugt hier in Dubai arbeiten wollte – im Musik-Business. Nach fast 2-wöchiger Belagerung der Agentur, zahlreichen emails und etlichen Schwätzchen mit der mehr als hübschen indischen Sekretärin hat sich mein Hartnäckigkeit heute um 15.45 Uhr dubaianischer Ortszeit endlich ausgezahlt – mein langersehntes Interview mit dem Chef von VIBE Entertainment. (www.vibeme.net)
Yassim (so sein Name) kam auch gleich zur Sache und war bestens auf mein Erscheinen vorbereitet, da im mein CV, sämtliche von mir geschriebene emails und Telefonaufzeichnungen (!) vorlagen. Ich hatte mich zur Feier des Tages natürlich auch in Schale geworfen und glänzte mit den dunkelgrünen Stoffhosen meines Dads, den mehrfach überholten italienischen Lederschuhen und den kürzlich erst hier erworbenen schwarzen Seidenhemd.
Normalerweise sind Vorstellungsgespräche nicht mehr wirklich berauschend für mich – hatte schon so ca. meine 30 – 40 in meinem Leben, fast eben so viele Absagen und nach einer gewissen Erfahrung erscheint einen alles nur noch als Routine – allerdings nicht heute!!!
Vor mir saß also jene Persönlichkeit, der mit zu den Gründern der Club- und Musikszene hier in Dubai gehört und testete mich bis auf die Knochen. Mein CV wurde bis aufs Gründlichste durchleuchtet und die Fragen waren sehr spezifisch (fields of expertise; how many years of experience and major tasks, what’s your specialization and what differs you from your opponents, etc)
Das Gespräch verlief sehr sachlich, direkt und prägnant und er gab mir einen sehr professionellen Eindruck – halt wie jemand, der Ahnung von der Sache hat und nicht nur ständig heiße Luft redet – davon hatte ich in Berlin schon genug Schwachmaten um mich herum!!!
Erster Arbeitstag ist also am Mittwoch, den 23. Mai um 11.00 Uhr – da kann ich mir ja zur Feier des Tages noch mal so richtig die Kante geben, bevor jegliche Freizeitverhalten jetzt erstmal auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt ist……na, ja - ich entschied mich dann aber doch für ein alkoholfreies Holsten Mango und lies mich dafür von Martin zum Essen einladen. Eine wohl weisere Erntscheidung, da in Dubai die Regeln für Alkohol und Drogen so streng sind, dass bei Missachtung sofort ein Monat Knast droht mit anschließender Ausweisung aus dem Land – das war mir mein Freudentaumel dann doch nicht wert!!!
Also noch nicht mal 20 Tage dauert bis dato meine 2. Wüstenodyssee und neben meiner jetzt hoffentlich steigenden Karriereperspektiven war ich letztes Wochenende sogar schon an der Ostküste tauchen und habe – voller Stolz – meinen allerersten waschechten HAI gesehen. Ich war mit’ner Gruppe potenziellen Arbeitskollegen unterwegs (alle Divemaster bzw. Instructor) und frisch in Fujairah (Ostküste – nahe bei Oman) am Eastrock tauchen und kurz vorm auftauchen schwamm ein ca. 2- 2,5m langes Exemplar an mir vorbei!!!
Für ein paar Sekunden war ich wie gelähmt – nicht wirklich aus Angst, da Haie nur aggressiv werden, wenn man sie bedroht – sondern weil diese erste reale Begegnung mit einem dieser Predator einen unglaublichen Adrenalin-Kick in mir auslöste – ein geradezu unbeschreiblich geiles Gefühl!
Das ganze Wochenende (in Arabien übrigens von Donnerstagmittag bis Samstagabend) verlief recht faul und relaxed – dies lag unter anderem auch an der brühenden Hitze von beachtlichen 42°C bei völliger Windstille und fast nicht vorhandener Luftfeuchtigkeit. Man musste nur aus dem Auto steigen (handelte sich dabei übrigens um einen Porsche Cayenne – was für’n Schlitten…) und der Körper schaltete schon fast instinktiv auf Privatsauna um!!!
Soweit die Erlebnisse der letzten Woche.
och bei der unvergesslichen Gestaltung des diesjährigen Muttertages passiert, dass ich Euch nicht vorenthalten möchte – quasi als Abschiedsschmankerl:
Nun ja - Muttertag, 13. Mai (wie wir ja alles wissen sollten….) und meine Wenigkeit befand sich ja zu der Zeit schon in der Wüste und konnte so seiner herzallerliebsten Mutzen nicht persönlich zum Muttertag alles Liebe wünschen. Was macht man also in jener Not….RICHTIG – man lässt jemand anderen seine Grüsse austragen und dieser „jemand“ war dann auch gleich JamFM, wo sich die Morning Crew die nette Idee hat einfallen lassen, Blumensträusse samt Muttertagsgrüsse gediegen über Fleurop abwickeln zu lassen und das ganze noch für „low“ – sprich umsonst!
Da meine Wenigkeit ja fleißiger Internetradionutzer ist und bei all seinen Bewerbungsanschreiben stets den Sound der Muddastadt gehört hat – kam ich somit auf die glorreiche Idee die Crew von JamFM anzuschreiben, um sie zu bitten in meinem Namen am besagten Sonntag doch bitte auch einen wunderhübschen Strauss an meine Mutter überreichen zulassen. Die Gründe waren so herzergreifend, dass sie hier nicht weiter genannt werden müssen (ich wurde sehr romantisch…) und schickte sie gutgläubig ab, in der Hoffnung, dass sie sich meines Wunsches annehmen würden.
Allerdings hatte ich nicht einkalkuliert, dass meine persönliche Signatur mir bald zum Verhängnis werden würde, da dort ja auch meine Handynummer von Dubai angegeben war.
Es kam also wie es kommen musste – meine Wenigkeit wurde prompt am nächsten Morgen von Matze & Yasmin von der „Good-Morning-Company“ aus dem Schlaf geklingelt und wurde dann - völlig überrascht - auch noch dazu genötigt, Altdeutsche Muttertagslieder anzusingen – und dass um 6.15 Uhr.
Nun – soweit so lustig und ich fand die Aktion ja auch echt geil, dass JamFm mich ausgerechnet in Dubai anruft, aber leider war ihnen nicht bewusst, dass ich (a) die Nacht zuvor derbst Partie gemacht habe, (b) noch völlig betrunken bei meiner Gesangseinlage gewesen bin und ich (c) noch eine üppige Nigerianerin im Bett hatte, welche ich abends zuvor noch auf einer genialen Partie beim Burj al-Arab abgeschleppt habe und diese noch halbnackt bei mir im Bett lag (an dieser Stelle sei übrigens erwähnt, dass ich spätestens ab da offiziell nicht mehr mit meiner Wüstenfreundin aus Bonn zusammen war – HALLO ALEXANDRA ;- ).
Die Situation war also mehr als befremdend und ich wusste noch nicht mal worüber ich zuerst lachen oder weinen sollte – über die hart erkämpften Muttertagsblumen oder über die Erkenntnis, dass ich mich gerade in der Muddastadt, sowie in ganz good-old-Germany zum Deppen gemacht habe…………..na ja , mit ein wenig Glück hat’s keiner gehört…….
In diesem Sinne – drückt mir die Daumen für morgen – auf das ich nicht sofort wieder gefeuert werde!
Euer Stefan
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